
Für Menschen ohne Allergie bedeutet Wäschewaschen saubere Wäsche, die ein angenehmes Gefühl auf der Haut hinterlässt. Für Allergiker hingegen können das Wäschewaschen und das verwendete Waschmittel kleine Herausforderungen darstellen, die schnell zur Belastungsprobe werden können. Auch wer generell auf reizende oder unnötige Inhaltsstoffe im Waschmittel verzichten möchte, kann von einer bewussten Auswahl der Waschmittel und der richtigen Waschmethode profitieren.
Welche Inhaltsstoffe problematisch sein können und worauf Sie beim Waschen achten sollten, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag. Mit einigen einfachen Tipps lässt sich die Wäsche hautfreundlicher und zugleich gründlich reinigen. Unser Blogbeitrag ersetzt aber keinen Arztbesuch; wir möchten Ihnen vielmehr praktische Tipps geben und zeigen, wie Sie mögliche Schwierigkeiten beim Waschen von Kleidung bei Allergien vermeiden können.
Sensitiv, aber wirklich geeignet?
Vor allem bei Allergiker, die mit einer Hausstauballergie, Pollenallergie oder Kontaktallergie kämpfen, bleibt die richtige Wäschepflege meist entscheidend, um Symptome zu minimieren. Hausstaubmilbenallergiker sollten Bettwäsche wöchentlich bei 60 °C waschen, um Milben und deren Exkremente zu entfernen. Pollenallergiker sollten die Wäsche während der Pollensaison nicht im Freien, sondern in gut belüfteten Räumen oder im Trockner trocknen, damit keine Pollen anhaften.
Bei Kontaktallergien oder Waschmittelunverträglichkeiten sind sowohl Waschmittelwahl und Waschmethode wichtig. Da Flüssigwaschmittel häufig Konservierungsmittel wie Methylisothiazolinon enthalten, kann ein Waschpulver ohne diese Zusätze eine geeignete Alternative sein. Aber Vorsicht: der Begriff „sensitiv“ ist nicht geschützt und garantiert keine Verträglichkeit; stattdessen sollten Sie auf Siegel wie das ECARF-Qualitätssiegel oder das DAAB-Gütesiegel achten.
Diese Tipps können helfen
- Verzichten Sie auf Weichspüler; denn er erhält häufig Duftstoffe und Weichmacher, die das Auswaschen des Waschmittels erschweren und Allergien auslösen.
- Verwenden Sie das Waschmittel sparsam bzw. nicht zu viel und nutzen Sie bei sehr empfindlicher Haut oder Neurodermitis einen zusätzlichen Spülgang, um Rückstände vollständig zu entfernen.
- Waschen Sie neue Kleidung vor dem ersten Tragen immer, um chemische Rückstände aus dem Herstellungsprozesse zu entfernen.
- Alternativ können Sie empfindliche Textilien in den Gefrierschrank legen (beispielsweise bei Kuscheltieren), um Milben abzutöten, und waschen Sie anschließend bei niedrigeren Temperaturen.
Unterstützung durch Waschmaschine und Programme
- Temperatur und Zeit: Hausstaubmilben und ihre Allergene werden erst bei mindestens 60°C zuverlässig abgetötet. Entscheidend ist, dass diese Temperatur über mindestens 20 Minuten konstant gehalten wird (z. B. durch spezielle Hygiene- oder Allergie-Programme).
- Spezialprogramme: Nutzen Sie zertifizierte Hygiene- oder Allergie-Programme, die oft längere Spülgänge und zusätzliche Spülschritte integrieren, um Allergene und Waschmittelreste besser zu entfernen.
- Maschinenhygiene: Führen Sie einmal im Monat einen Leerlauf bei 90 °C mit einem geeigneten Maschinenreiniger durch. Achten Sie außerdem auf die Gummidichtung und das Flusensieb, um Ablagerungen und Schimmelbildung vorzubeugen.
- Zusatzfunktionen: Dampfprogramme können bei niedrigeren Temperaturen unterstützen, sind aber kein vollständiger Ersatz für heiß gewaschene Wäsche bei starken Allergien.
Hygieneprogramme in Waschmaschinen sind speziell dafür konzipiert, nicht nur Schmutz zu entfernen, sondern auch Bakterien, Viren, Milben und Allergene effektiv abzutöten, was bei niedrigen Standard-Temperaturen (40–60 °C) oft unzureichend bleibt.
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Funktionsweise und Ausstattung variieren je nach Hersteller:
- Dampftechnologie: Marken wie Samsung und Amica nutzen spezielle Hygiene-Dampfprogramme, bei denen heißer Dampf die Wäsche durchdringt, um Keime bei moderaten Temperaturen zu beseitigen, ohne empfindliche Textilien zu schädigen.
- Temperatur-Management: Programme wie Miele Hygiene oder Bosch HygienePlus halten die Wassertemperatur für einen verlängerten Zeitraum (z. B. 30 Minuten) über 60 °C, um Mikroorganismen abzutöten, und ergänzen dies oft durch zusätzliche Spülgänge zur Entfernung von Allergenen.
- Zusätzliche Technologien: Einige Geräte setzen auf UV-Licht (z. B. bei Amica), das während des Waschgangs Viren und Bakterien sterilisiert, oder auf spezielle antibakterielle Dichtungen und Trommelreinigungsprogramme zur Vorbeugung von Biofilm und Gerüchen.
Für eine hygienisch saubere Wäsche ohne Spezialprogramm reicht es aus, bei 60 °C mit einem bleichhaltigen Vollwaschmittel zu waschen; ein separater Hygienespüler ist in der Regel dann nicht erforderlich. Moderne Geräte erinnern zudem automatisch an Reinigungszyklen, um die Maschine selbst sauber zu halten.
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Autor
Susanne Epple
